Apr 172015
 

Wir mussten als Kinder schon immer mithelfen, wie es in einem Familienbetrieb halt üblich ist. So auch meine Schwester. Sie war als Vertretung für unser Zimmermädchen zuständig für die Hotelzimmer. Alle Arbeiten waren fertig, nur noch die Toilette im Zwischenstock. Also ist meine Schwester mit ihrem Putzeimer voll Wasser die Treppe runter um als letzte Arbeit diese Toilette zu putzen.
Normalerweise waren um diese Uhrzeit alle Gäste aus dem Haus. Woran niemand dachte war die kleine japanische Professorin, die hier in Karben einen Kursus in Ikebana abhielt. Soweit so gut, meine Schwester ging jedenfalls die Treppe runter, stellte ihren Eimer ab und öffnete die Tür.
Frau Professor hatte nicht abgeschlossen. Sie stand in Hockstellung auf der Toilettenschüssel. Ein Anblick der für uns normalen Europäer total ungewohnt war, aber scheinbar im Land des Lächelns normal. Ich denke da war meine Schwester das erste Mal in ihrem Leben sprachlos, zumindest für 5 Minuten.
Sie stolperte zurück, stieß den Eimer um und statt Feierabend konnte sie nun das Treppenhaus bis hinunter in den Keller vom Wasser befreien.

Nachtrag: Nein, sie war noch einmal in ihrem Leben sprachlos. Dies war der Tag als ich ihr mit dem Luftgewehr, statt mit einem Diabolo mit einem Streichholz geladen, in den Oberschenkel geschossen hab. Da hab ich das erste Mal live gesehen wie in Sekundenschnelle ein blauer Fleck vom Durchmesser einer Suppentasse entsteht. Ich glaube, mein Hintern war hinterher auch blau, Mutters Hand jedenfalls rot, ich konnte es aber nicht sehen.

 Posted by at 5:48 pm

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