Apr 272015
 

Anfang der 70. Jahre des vorherigen Jahrhunderts, kurz nach Gründung der Stadt Karben, wurde eine noch bestehende kleine Brücke zwischen Gehspitze und der Niddabrücke abgerissen. Dazu wurde ein Bagger benötigt. Um die Arbeiten schnell über wie Bühne zu bekommen wurde die Bahnhofstraße einseitig gesperrt. Voller Elan fingen die Bauarbeiter mit den Abriss-arbeiten an. Der zur Brücke führende Graben war bereits verrohrt, Vorbereitungen zum Bau des heutigen Hessenringes.
Der auf dem Bagger installierte Preßlufthammer bohrte sich in die Betondecke der Brücke. Schnell brachen einige Stücke ab. Doch nach ca 2 Std intensiver Arbeit, gab es eine Wolke aus Staub und der Bagger schwieg.
Der Bagger schwieg einen Tag, dann eine Woche und ehe man sich versah waren es über 3 Wochen. Dank der Gerüchteküche hat sich schnell rumgesprochen, dass ein Defekt vorlag, kein Wunder der Bagger lief ja auch nicht mehr, das fehlende Ersatzteil war aber in England bestellt, so die Auskunft der Baufirma.
Drei Wochen quälten sich nun die Autos unnötigerweise auf der einspurigen Bahnhofstraße in Richtung B3.

“ Wir müssen das ändern”, war die ein einhellige Meinung des gesamten Stammtisches der Gehspitze. Schnell war ein Schlachtplan ausgearbeitet. Schon drei Tage später traf man sich zu einer nächtlichen Gemeinschaftsaktion. Die gesamte Mannschaft zog in der Nacht bewaffnet mit Taschenlampen zu der defekten Baumaschine. Während einer an der Baggerschaufel einen buntgeschmückten Richtbaum befestigte, waren andere damit beschäftigt mittels einer extra hergestellten Schablone die Worte “ RUHE SANFT ” auf den Bagger zu sprayen. Nachdem alle 4 Seiten beschriftet waren zog der ganze Trupp grölend zum Stammtisch um das ganze zu feiern.
Schon am nächsten Tag, später vormittag, war die Presse vor Ort um den bunten Bagger zu fotografieren. Am Nachmittag hatte es sich soweit rumgesprochen, dass Bauarbeiter aufzogen, den Bagger mithilfe eines LKW zur Seite zogen und die Bahnhofstraße wieder 2 spurig befahrbar machten.
Ziel erreicht. Die Fahndung nach dem/den Täter/n verlief im Sande.
2 Wochen später war das gelieferte Ersatzteil eingebaut und der Abrissbetrieb konnte wieder aufgenommen werden. Heute erinnert nichts mehr an die alte Brücke.

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Apr 202015
 

Seit 8 Tagen hatte ich endlich den Führerschein, stolz wie Bolle. Auch das passende Auto war vorhanden. Ein weißer Käfer 1300, Baujahr 1968, einfach ein toller Käfer. Mit diesem Käfer war ich bei Chiro dem Eiskaffee in Groß Karben. Dort traf sich die Dorfjugend jeden Mittag (Aus rechtlichen Gründen nenn ich keine Namen, sonst bekommt ihr nur Ärger mit eurem Nachwuchs). 🙂
Ich kam von zu hause, erst langsam am Eiskaffee vorbeigefahren, jaaa es sind einige Leute da. Also erstmal weiter gefahren und beim Eis Rei gedreht, damit man auch direkt vor dem Eiskaffee parken kann.
3 Minuten später saß ich an einem Tisch mit all den Freunden die man halt immer traf. Es wurde gescherzt, gebabbelt, halt alles das was junge Leute so machen.
Den genaueren Grund warum ich dann wegfahren wollte weiß ich nicht mehr, aber wie es für den Fahrer vom Käfer gehört, hab ich meinen alten MOTORADHELM aufgesetzt. Mit 18 will man irgendwie auffallen oder den Dicken machen.Vielleicht hab ich auch zu oft den Film “ Ein toller Käfer” gesehen, der lief bei uns ja bestimmt 8 Mal und ich mußte im Kino aufpassen.
Los ging die Fahrt. Die Bahnhofstraße entlang und kurz vor dem Bahnhof abgebogen in Richtung Selzerbrunnen. Die Straße ist die nächsten 500 Meter gerade, mein Fuß tritt das Gaspedal durch. Es kam was kommen musste, die erste Kurve war mir. Der tolle Käfer kam ins Schleudern, der junge Fahrer machte wahrscheinlich alles falsch was man falsch machen konnte.
Es tat einen gewaltigen Schlag , mir knallte ein noch nicht eingebautes Autoradio gegen den Hinterkopf. Aber, Oh Wunder ich hatte ja den Helm auf, kam also ohne sichtbare Verletzungen aus der Sache raus. Inwieweit mein Hirn einen Schaden davongetragen hat kann ich nicht beurteilen, ich merk nix, aber es gibt bestimmt Leut die das anders sehen.
Anders das Auto, es kam genau in der Einfahrt vom Selzerbrunnen zum stehen. Erstmal aussteigen und gucke. Schäden waren keine zu sehen, ich hatte auch die Mauer der Selzerbrunnen-Einfahrt nicht berührt. Dies wurde von einem KM- Begrenzungsstein ca 10 Meter vor der Mauer verhindert. Durch diesen Stein wurde auch das Auto nur im Unterboden schwer beschädigt .
Zuhause gab es natürlich einen Haufen Ärger, aber de Schuch’e Karl-Heinz, Gott sei Dank, hat das Auto wieder kostengünstig repariert. Ich war zu dieser Zeit ja noch Auszubildender, mein Vater hat die Kohle nur vorgestreckt und ich konnte es langsam abarbeiten.

 Posted by at 10:18 pm
Apr 172015
 

Wir mussten als Kinder schon immer mithelfen, wie es in einem Familienbetrieb halt üblich ist. So auch meine Schwester. Sie war als Vertretung für unser Zimmermädchen zuständig für die Hotelzimmer. Alle Arbeiten waren fertig, nur noch die Toilette im Zwischenstock. Also ist meine Schwester mit ihrem Putzeimer voll Wasser die Treppe runter um als letzte Arbeit diese Toilette zu putzen.
Normalerweise waren um diese Uhrzeit alle Gäste aus dem Haus. Woran niemand dachte war die kleine japanische Professorin, die hier in Karben einen Kursus in Ikebana abhielt. Soweit so gut, meine Schwester ging jedenfalls die Treppe runter, stellte ihren Eimer ab und öffnete die Tür.
Frau Professor hatte nicht abgeschlossen. Sie stand in Hockstellung auf der Toilettenschüssel. Ein Anblick der für uns normalen Europäer total ungewohnt war, aber scheinbar im Land des Lächelns normal. Ich denke da war meine Schwester das erste Mal in ihrem Leben sprachlos, zumindest für 5 Minuten.
Sie stolperte zurück, stieß den Eimer um und statt Feierabend konnte sie nun das Treppenhaus bis hinunter in den Keller vom Wasser befreien.

Nachtrag: Nein, sie war noch einmal in ihrem Leben sprachlos. Dies war der Tag als ich ihr mit dem Luftgewehr, statt mit einem Diabolo mit einem Streichholz geladen, in den Oberschenkel geschossen hab. Da hab ich das erste Mal live gesehen wie in Sekundenschnelle ein blauer Fleck vom Durchmesser einer Suppentasse entsteht. Ich glaube, mein Hintern war hinterher auch blau, Mutters Hand jedenfalls rot, ich konnte es aber nicht sehen.

 Posted by at 5:48 pm
Apr 142015
 

Karben im Dezember. Am Stammtisch wurden wieder einmal die tollsten Reden geschwungen. Auch 2 Stammgäste erzählten von ihren Tauchabenteuern in den Meeren der Welt. Ich weiß nicht mehr genau wie sich das Gespräch entwickelte, aber auf einmal wurde nur noch über die Qualität der Neoprenanzüge gesprochen.
“Die sind so gut, dass man sogar in der Kälte tauchen kann.” Das war nun das Stichwort für einige andere Gäste am Stammtisch. Ein Wort gab das andere die Diskussion wurde immer heftiger.
Schlussendlich sollte ein Beweis her. Man einigte sich, daß am besten ein tauchen in der Nidda, vom eiserner Steg (heutige Betonbrücke am Pappelweg) bis zur Niddabrücke an der Bahnhofstraße, das Ende der Diskussionen bedeuten würden.
Über den Zeitpunkt wann das ganze den von statten gehen sollte wurde nicht lange gesprochen.
“Sofort” war die einhellige Meinung. Unsere 2 Taucher verließen auch direkt unsere Gaststätte, am Stammtisch wurde nur gelacht, weil sich keiner vorstellen konnte das die wiederkommen.
Schon 20 Minuten später war der erste wieder da und hatte seinen Neoprenanzug und die restliche Ausrüstung unter dem Arm. Auf Sauerstoffflaschen wurde einhellig verzichtet, ein tauchen mit Schnorchel, bzw. ein schwimmen in der arschkalten Nidda sollte reichen.
10 Minuten später war auch Taucher Nr.2 mit seiner Ausrüstung wieder zurück. Direkt am Stammtisch haben sich die zwei dann umgezogen. Der weitere Schlachtplan war das Fahren mit dem Auto zum eisernen Steg und jeweils ein Mann sollte, bewaffnet mit einer Taschenlampe, oben an der Niddaböschung entlang laufen. Zur damaligen Zeit gab es außer der Gärtnerei Kreuder keine Gebäude zwischen Nidda und dem Eiskeller, ein Haus kurz vor dem Bahnhof. Auch der Hessenring existierte noch nicht.
Der Plan wurde auch direkt ausgeführt, einige wenige Schaulustige standen oben auf der Niddabrücke und ein paar andere begleiteten die Männer mit den Lampen, um das Ganze aus der Nähe zu beobachten.
Unsere zwei Taucher stiegen ohne große Pause direkt am eisernen Steg in die Nidda und begannen zu schwimmen. Da es mit der Strömung ging mussten die Schaulustigen schon etwas schneller laufen.
Als die Hälfte der Strecke erledigt war, kam auf der Niddaböschung auf einmal ein Auto mit Blaulicht an.
Die Polizei !!! Sie vermuteten das etwas passiert sei, schließlich sind Taschenlampen nachts an der Nidda nicht gerade alltäglich. Doch als ihnen erklärt wurde um was es ging, drehten sie ihr Auto (damals konnte man dies noch) und leuchteten mit einem Suchscheinwerfer den weiteren Weg der Taucher aus. Für die Polizisten war es auch ein etwas anderes Erlebnis als der ewige Alltagstrott
Ca 30 Minuten später saß die ganze Truppe wieder am Stammtisch, die Taucher noch pitschnass in Neopren und mit Schwimmflossen, schließlich sollten die gewonnen Biere direkt vernichtet werden. Der Abend endete wie immer feuchtfröhlich und je mehr Bier getrunken wurde umso abenteuerlicher wurden die Erzählungen. Das einzigste, daran hatte keiner gedacht, war die Nässe in unserem Auto. Der Transport der Taucher lies auch die Polsterung nass werden und das trocknen war um diese Jahreszeit ein kleines Problem.

 Posted by at 9:58 pm
Nov 132014
 

Achtung !!! „Kopfkino einschalten“ !!!!!
Deutschland 6.30 Uhr.
Heut ist mir eins von zwei Eiern in der Hose geplatzt…….. Ich hab im Hotel Frühstück abgeräumt, wollte mal wieder alles auf einmal nehmen und steck 2 gekochte Eier in die Hosentasche. Dann musste ich mich bücken und eins der weichgekochten Eier ist geplatzt. Eh, was ne Sauerrei in der Frühe…. Ein Foto konnte ich nicht machen, da mein Handy in der anderen Hosentasche auch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mein Gesichtsausdruck muss jedenfalls sehr extrem gewesen sein, denn auf meinen Ausruf “ Eben ist mir ein Ei in der Hose geplatzt“, wollte mich ein Hotelgast ins Krankenhaus fahren.
„Kopfkino ausschalten“

 Posted by at 10:37 am
Aug 242013
 

Eine weitere Begegnung der besonderen Art:
18 Uhr in Deutschland … Gast kommt an:“ Wir haben für 2 Tage ein Zimmer bei Ihnen reserviert, wo kann ich den mein Auto parken.“ „Direkt hier vor dem Haus, dies ist unser Privatparkplatz.“ Der GAst geht wieder und 5 Minuten später fährt eine deutsche Luxuslimosine der Oberklasse (ganz weit oben) vor. Koffer werden ausgeladen, an der Reception wird der Schlüssel ausgehängigt und die Gäste gehen nach oben. 5 Minuten später ist der Mann wieder unten. „Ich will ein Zimmer im ersten Stock und hintenraus, nicht zur Strasse.“ „Tut mir leid alle Zimmer belegt.““ Dann geben sie mir bitte 2 Bier mit aufs Zimmer wir sind total müde. Ach das ZImmer kostet doch 65 Euro als Wochenendrabatt die Nacht, da wir morgen aber nicht Frühstücken zahlen wir aber nur 55. Nur das Sie es wissen.“
Huii der Mann wird mir Sympatisch.
Währenddessen schleppt die Frau weitere Koffer nach oben. Der Mann mit seinen 2 Bier hinterher. Ich liebe solche Menschen, die beruflich wahrscheinlich über Leichen gehen und nun andere mit einer leicht psychopathischen Art fertigmachen wollen.
2.38 Uhr in Deutschland…. Telefon klingelt Sturm. Wir werden wach, reagieren aber nicht. Alle Gäste waren im Haus, Kinder rufen, wenn Probleme, sind auf einer anderen Nummer an. Kann eigentlich nur sein das jemand ein Taxi will, dessen Rufnummer ist direkt neben unserer. Wir bekommen oft Taxianrufe.
3.15 Uhr in Deutschland….. Telefon klingelt wieder Sturm. Dieses Mal aufgestanden und geguckt. Telefonnummer wird angezeigt aber keiner ist dran. Wir werden den morgen früh mal anrufen, was das in der Nacht soll.
7.15 Uhr in Deutschland…. Arbeitsbeginn, Frühstück vorbereiten etc. Da Wochenende ist, eine Stunde später als normal. Man will ja auch mal ausschlafen.
Direkt gepolter im Treppenhaus und schon steht der reizende Gast vom Vorabend an der Rezeption.
“ Das ist ja wohl das letzte hier, dieser Lärm. Wir ziehen sofort aus. Erstens dieser Verkehrslärm, dann dieser Lärm auf den Zimmern. Ich konnte nicht schlafen und habe Sie in der Nacht mehrmals versucht anzurufen, damit Sie dies abstellen und rausgehen aus dem Zimmer wollt ich nicht.“ „Tut mir leid, aber unsere Rezeption ist nicht 24 Stunden besetzt.“ „Das ist wohl ihr Problem nicht meins.Sie haben dafür zu sorgen dass es nachts ruhig ist, ich geh doch nicht raus und lass mir von ausländischen Gästen (hmmm) eine runterhauen“
Noch während der Typ rumtobt kommt ein weiterer Gast zum Frühstück, gleiche Etage.Er hat sehr gut geschlafen und auch nix gehört.
Das Toben geht weiter.
“ Hier haben sie 40 Euro, mehr zahle ich nicht. Wenn sie wollen können sie ja den Rest bei mir einklagen.“ Ein Tritt gegen unsere Glastür und weg ist er.
Ein guter Start ins Wochenende, mal sehen was noch so passiert.

 Posted by at 7:35 pm
Jun 142013
 

Wieder einmal eine Begegnung der besonderen Art.
Ich bin gerade dabei meinen Parkplatz von den Sturmschäden der letzten Nacht zu reinigen, da fährt ein großes deutsches Nobelauto vor. Ich dachte schon der knallt mir ins Haus oder auch gegen einen der Bäume, bleibt aber dann doch mitten auf dem Parkplatz stehen. Das Fenster geht runter, ein sehr alter Mann beugt sich raus.
„Junger Mann kommen Sie bitte mal her“ (Danke für das junger Mann). Also ich den Besen an den Baum gelehnt und hin. “ Können Sie mir sagen wie ich in den Kiefernweg komme?“ Ich weiß zwar das der in Klein Karben ist, aber halt nicht genau. Das sagte ich zu dem alten Herrn. Aber warum benutzen sie ihr eingebautes Navi nicht.
„Dafür bin ich zu alt, das kann ich nicht bedienen.“ Also trennten sich unsere Wege. Es hat bestimmt 2 Minuten gedauert, bis er wieder von meinem Parkplatz gefahren war, solange rangierte er hin und her.
Warum der aber ein Navi in seinem Auto hat wissen die Götter?

 Posted by at 9:58 pm